Der Kanarische Lorbeerwald gilt als Relikt aus alter Zeit,
der dank der Passatwolken die Eiszeit überlebte.
Wir treffen ihn zwischen 600 und 1400 Höhenmetern
eingehüllt in Wolken, die uns der Passat regelmäßig erzeugt.
Darauf ist der Lorbeer auf den ansonsten trockenen Kanaren
angewiesen. Heute sind die Waldbestände streng geschützt,
denn der Mensch hat den Bestand seit der Besiedlung der Insel,
erheblich reduziert, um landwirtschaftliche Nutzflächen
zu gewinnen.
Die schlanken, glatten Äste dieses Strauches sind bei Garten-
besitzern und in der Landwirtschaft als Stützen beliebt.
Die Nutzung für Zäune gegen den manchmal harten Wind
kann man im Norden der Insel auch heute noch antreffen.
Die Sträucher bilden an den Nordosthängen den typischen
Baumheide-Buschwald der Insel La Palma und sind bis in die
trockenen Bereiche der Lorbeerwälder hinein, anzutreffen.
Sein betörender Duft in der Blüte am Jahresanfang erfüllt
die trockenen Hänge der Sukkelentenzone bis zu den Wäldern.
Seine biegsamen Äste bilden manchmal mannshohe,
halbkugelförmige Sträucher aus. Die Schmetterlingsblüten
werden geerntet, um ein süßliches Parfum daraus zu gewinnen.
Als Pflanze, die nur auf den Kanaren weltweit anzutreffen ist,
steht der Teideginster, wie er auch bezeichnet wird, unter
Naturschutz.
Ab etwa 900 Höhenmetern löst die kanarische Kiefer den Lorbeer-
wald ab und reicht bis zur Baumgrenze an den Nordhängen.
Die nächsten Verwandten der Kanarenkiefer finden sich an den
Südhängen des Himalaya, denn die dreinadelige Kiefer ist seit
dem Tertiär in Europa ausgestorben. Die Wälderm sind immer wieder
von Waldbränden betroffen, früher durch Vulkanausbrüche ausgelöst,
heute meistens durch Fahrlässigkeit des Menschen. Die Kiefer
ist jedoch durch ihre dicke Borke sehr gut angepaßt und treibt
nach Bränden meist am Stamm und einigen Ästen wieder aus.
Der Samen überlebt die Brände und sichert dadurch den Wald.
Der Kanaren-Endemit setzt zu Weihnachten seine goldgelbe
Blütendolde auf. Zu den Dickblattgewächsen zählend
wächst sie in den unteren Stufen der Vegetation
und hat eine weitverzweigte Verwandtschaft auf den
westlichen Kanareninseln. Einige Arten kommen nur auf
einzelnen Inseln weltweit vor.
Wir treffen diesen lockeren, aromatischen Strauch mit seinen
stark behaarten Blättern unter den Kiefern an und wird dort
bis zu 2 Meter hoch. Bei Berührung fällt die rauhe und klebrige
Beschaffenheit der Blätter auf, wodurch die Pflanze extreme
Trockenheit zu überstehen vermag. Diese Blätter wirken schmerz-
lindernd.
Der Einwanderer aus Teneriffa, dort in den Kiefernwäldern
zu Hause, hat durch Kultivierung in die Gärten auch in
La Palma Einzug gehalten. Der Hornklee überwuchert teppichartig
die Felsen und natürlich auch die Gartenmauern. So schmückt er
sie mit seinen in den silbrigen Blättern wuchernden flammengleichen
Blüten. Einige gelbblühende Arten sind auf den Kanaren heimisch
und finden dort bis in die Lorbeerwaldbestände hinein.
Der gelbblühende Doldenblütler hat fleischige, gekräuselt-gefiederte
Blätter und liebt die Nähe des Meeres. Wir treffen die Pflanze
an den Felshängen der Küste, wo die Gischt hinreicht, häufig an.
Wir können dabei die Überlebensfähigkeit dieses üppigen Grüns
an den oft lebensfeindlich anmutenden Standorten nur bestaunen.
Die Pflanze blüht dabei mehrere Monate von Dezember bis April.
Wenn wir die einmalige Landschaft der Caldera durchwandern,
treffen wir diese Aeonium-Art mit ihren dickfleischigen,
die typischen Rosetten bildende Pflanze an. Sie scheint nur
nur hier zu Hause zu sein und treibt diese rostrot blühende
Blütendolde aus. Die Blütezeit dauert von Juni bis September
und steht wie alle Aeoniums unter Naturschutz.
Ebenfalls in der Caldera finden wir diesen immergrünen Strauch.
An manchen Stellen erkennen wir ihn in einem kleinen Baum mit
mit glatter, grauer Borke wieder. Seine kleinen, weißen Blüten
reifen zuerst zu leuchtend roten, dann fast schwarzen Steinfrüchten
heran. Als Makaronesien-Endemit (Kanaren, Madeira, Kapverden,
Teile der marokkanischen Küste) diente das wertvolle Holz früher
zur Herstellung von landwirtschaftlichen Geräten, für Stöcke
und als Gabelstützen der Kulturpflanzungen.
Das zu den Nelkengewächsen zählende Hornkraut wächst
auf Felsen in der Lorbeerwaldzone. 21 Arten sind auf den
Kanarischen Inseln endemisch. Am Boden verholzt diese Pflanze,
was so garnicht nelkenartig erscheint, hingegen die Blüten
sogleich die Verwandtschaft verraten.
Geschlechtlich an zwei Häuser gewöhnt wächst der Strauch
oder kleine Baum mancherorts, wenn er alt werden darf,
zu stattlicher Größe heran. Er wurzelt gerne in Felsspalten
im hohen Gebirge, wurde aber durch den Menschen stark dezimiert.
Die jungen Zweige hängen herab und die Blätter erscheinen
nadelförmig, formt einen Beerenzapfen, der ursprünglich blaugrün
zu rotbraun heranreift. Heute ist die Pflanze streng geschützt.
Schon von den
Guanchen,
den kanarischen Ureinwohnern, genutzt,
treffen wir in der Wildnis diese Dattelpalmenart am Grund
der Felsschluchten (Barrancos) und an Hängen mit ausreichender
Feuchtigkeit. Die Palme gab der Insel La Palma ihren Namen,
da an der Ostküste ganze Täler mit ihr anzutreffen sind.
Aus ihrem Pflanzensaft läßt sich der sogenannte Palmhonig
gewinnen, die Früchte dienen als Viehfutter, die 5-6 Meter
langen Wedel sind vielseitig verwendbar. Noch heute dienen
sie der Stadtreinigung ihrer hohen Wiederstandsfähigkeit wegen,
als effektiver Besenersatz.
Der im Bereich der Wälder gedeihende Natternkopf könnte auch
La Palma-Natternkopf genannt werden, denn es gibt ihn nur hier.
Die Sträucher, die ein sehr hartes Holz tragen, wachsen zu
stattlichen Büschen heran und haben auf La Palma weitere seltene
Unterarten hervorgebracht.
Aus den Blüten läßt sich ein vorzüglicher leichter Sommerhonig
gewinnen.
Das noch heute typische Futter für die Ziegen ist nur eine
der vielen Nutzungen dieses kanarischen Endemiten. Die Pflanze
treffen wir selbst in den trockenen Zonen immergrün an,
sei es an Wegrändern, im steinigen Gelände, diese Pflanze
besiedelt einfach alles und das ist auch ihre so wichtige
Funktion. Dabei dient sie nicht nut als Futterpflanze, sondern
lindert der Saft der zermahlenen Blätter wirksam die verstopfte
Nase, ein Tee aus den Wurzeln ist bei allen Erkrankungen
der Atemwege hilfreich.
Die Drachenbäume blühen etwa alle 15 Jahre und dann alle nahezu
gleichzeitig. Nach jeder Blüte beginnt sich der in seiner Jugend
zu manchmal beträchtlicher Größe herangewachsene Baum,
zu gabeln, um daraus in vielen Blütenperioden die typische,
schirmartige Krone auszubilden. Diese Krone, einem Drachenrücken
gleich, scheint den Namen verliehen zu haben. Ritzt man den Stamm,
so tritt ein blutrot färbendes Harz aus, das "Drachenblut",
das zum Färben verwendet wurde und als Heilmittel lange ein
Exportschlager der westlichen Kanareninseln war. Heute treffen
wir die Drachenbäume in Gärten und Ortsnähe.